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"Auf ein Wort" mit Oberbürgermeister Klemens Koschig

 

Oberbürgermeister Klemens Koschig Bunte Vielfalt stellte sich braunem Ungeist entgegen -
Vorbereitungen auf Jubiläum "Anhalt800" gehen voran

 

Liebe Leserinnen,

liebe Leser, 

immer wieder erreichen uns anonyme Schreiben, in denen über irgendwelche Vergehen von Nachbarn berichtet wird und ich aufgefordert werde zu handeln, ohne dass ich aber die Möglichkeit habe, nachzufragen. Da werden andererseits durchaus gute Vorschläge gemacht, die aber alle einen Makel haben: mir fehlt der Ansprechpartner. Die Schreiben mögen oftmals gut gemeint sein (wenn man mal von hässlichen Denunziationen absieht). Die Verfasser müssen aber wissen, dass die Verwaltung solche Schreiben nur zur Kenntnis nehmen kann. Sollte es einen begründeten Anfangsverdacht auf eine Ordnungswidrigkeit oder gar Straftat geben, handeln wir natürlich von Amts wegen. Da uns aber dann Zeugen fehlen, müssen viele dieser Verfahren ins Leere laufen.

Ich möchte daher die Gelegenheit nutzen, Sie zu mehr Zivilcourage zu ermutigen. Die Stadt braucht den couragierten Bürger, die Gesellschaft braucht die Mitwirkung aller, um Abhilfe zu schaffen, wo es Missstände gibt. Vor allem aber, um gute Ideen, kreative Hinweise und Anregungen auch aus dem Dialog mit den Bürgern in die Stadtentwicklung einfließen lassen zu können. Insoweit bitte ich um Verständnis, dass wir auch künftig auf anonyme Schreiben nicht reagieren, außer, wenn amtliches Handeln geboten ist. Bitte bringen Sie sich auch weiterhin mit all ihren Anliegen ein und geben Sie uns die Möglichkeit, mit Ihrem Absender einen Adressaten für unser Dankeschön zu haben. 

Liebe Leserinnen und Leser,

nach der Premiere im Vorjahr können die verschiedenen Veranstaltungen und Aktionen des Netzwerkes "Gelebte Demokratie" 13. März als Erfolg verbucht werden. Unter dem Motto "Bunte Vielfalt statt brauner Ungeist" hatten sich am 13. März ca. 800 Menschen in der Zerbster Straße vor der Hauptbühne versammelt und dem Umzug rechtsradikaler Demonstranten Paroli geboten.

Die Einsatzkräfte der Polizeidirektion Ost sollen hier lobend Erwähnung finden, da sie in Abstimmung vor Ort auch für unkonventionelle Protestformen Raum ließen - mit einer Einschränkung: der teils rüde Umgang des Sondereinsatzkommandos SEK mit Teilnehmern der Gegenveranstaltung am UCI und am nh-Hotel rief bei vielen Beteiligten Unverständnis hervor. Allen Beteiligten und Mitwirkenden, den lokalen und regionalen Medien sowie den Flagge zeigenden Bürgerinnen und Bürgern gilt nochmals mein ausdrücklicher Dank.

Liebe Leserinnen und Leser,

wir stehen jetzt kurz vor Fertigstellung des Konzeptes für die Feier 800 Jahre Anhalt und konnten schon eine Vielzahl von Programmpunkten für das Jubiläumsjahr aufnehmen. Ich danke allen Vereinen und Verbänden, Firmen und Kulturgruppen, die sich bereit erklärt haben, das Jubiläum mitzugestalten. Ich habe beim Landtagspräsidenten nachgefragt, ob wir dieses Konzept zu Beginn einer Sitzung des Landtages feierlich überreichen dürfen. Darüber möchte ich Sie gern in der nächsten Ausgabe näher informieren. Bis dahin möchte ich Ihre Aufmerksamkeit noch auf ein aktuelles Ereignis lenken, das auch im Zusammenhang mit einer runden Anhalt-Feierlichkeit steht.  

Als im vergangenen Jahr die Bauarbeiten zur Umgestaltung der Bauhausstraße und des Seminarplatzes begannen, rückte auch die "Heimkehr vom Felde" wieder stärker in den Fokus der Öffentlichkeit. Leider fehlten der Skulptur schon seit Jahren Hand und Harke. Auch die Schrifttafel war abhanden gekommen. Nun präsentiert sich dem Betrachter wieder die vollständige Plastik. Die Stadt Dessau-Roßlau ermöglichte die Reparatur, die von der Bronzebildgießerei Noack aus Leipzig mit Unterstützung der Dessauer Künstlerin Christine Rammelt-Hadelich durchgeführt wurde. Ihr Vater, Martin Hadelich, hatte 1970 das schwer beschädigte Gipsmodell der im 2. Weltkrieg eingeschmolzenen Statue restauriert. Die daraus gegossene Kopie wurde im gleichen Jahr am heutigen Standort, dem Seminarplatz, aufgestellt. Ursprünglich war die "Heimkehr vom Felde" zum 700. Jubiläum Anhalts im Jahr 1912 als Bronzeplastik in der Schillerstraße errichtet worden. Und wer an dieser Stelle noch nicht weiß, welche Skulptur gemeint ist, der kann vielleicht mit "Harkenjule", wie sie im Volksmund heißt, mehr anfangen. Besuchen Sie sie doch einmal bei einem Osterspaziergang, dann zeigen sich der neue Seminarplatz und die Bauhausstraße hoffentlich in schönstem Frühlingsschmuck. Ich wünsche Ihnen ein frohes und gesegnetes Osterfest.
 

Herzlich

 

Ihr 

Klemens Koschig 

 

 ob@dessau-rosslau.de

 

Hier finden Sie alle vorigen Kolumnen:  Link zu einer weiteren Seite der Präsentation www.dessau-rosslau.de. Amtsblattarchiv

 

 

 

 

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