Gemeinsame Aktionen mit den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt. Bewusst vollzogener Abschied von städtebaulichen Missständen und ein „Willkommen heißen“ der neuen Stadtlandschaft.
Aktionen und Präsentation von Projekten, Konzepten und Ideen aus dem Prozess der lokalen Agenda in Dessau, welche dem Prinzip der Nachhaltigkeit verpflichtet sind. Die Agendawoche findet seit 1998 jährlich statt, der Stadtumbau ist mittlerweile darin ein fest verankertes Thema.
Engagierte Bürger der Stadt, die neue Nutzungsideen haben und Verantwortung für die neue entstehende Stadtfolgelandschaft übernehmen.
Lenkung der weniger werdenden Ressourcen in die Stabilisierung von urbanen Kernen und in die Herstellung von landschaftlichen Zonen.
Umsetzung der Maßnahmen im Landschaftszug in Abhängigkeit von der Flächenverfügbarkeit.
Claim (engl. für Anrecht, Inanspruchnahme, Grubenfeld [Bergbau]; Plural: Claims).
Ein Claim definiert ein Landschaftselement im Dessauer Landschaftszug mit der geometrischen Form eines Quadrats. Dieses hat eine Größe von 20 x 20 Metern (400 Quadratmeter). Das Quadrat wird in Nord-Süd-Ausrichtung in die Fläche des Dessauer Landschaftszugs eingepasst. Die Aufteilung einer Claimfläche kann variiert werden. Die Fläche von 20 x 20 Metern können mehrere Nutzer bewirtschaften. Ein Nutzer kann auch ein Vielfaches der Fläche bewirtschaften. Nach dem Abschluss einer Patenvereinbarung mit der Stadt steht das abgesteckte Grundstück dem Nutzer zum freien Gebrauch und gebührenfrei zur Verfügung.
Es dürfen keine festen Bauwerke errichtet werden. Gegebenenfalls notwendige Infrastrukturen können nach Voraussetzung des jeweiligen Ortes angeboten und im vorhandenen Gebäudebestand untergebracht werden.
Wichtiger Bestandteil der Fläche ist ein Passepartout. Dieses dient der Abgrenzung und damit besseren Erkennbarkeit der einzelnen Claimflächen. Das Passepartout ist auch Abstands- und Erschließungsfläche. Die Gestaltung und Materialität der Passepartouts werden im zeitlich und räumlich flexiblen Entwicklungskonzept dargestellt.
Festhalten eines Entwicklungsstandes im Stadtumbauprozess in schriftlicher oder bildhafter Form. Dies dient auch der Vergegenwärtigung, Bewertung und möglichen Anpassung eingeschlagener Strategien. Der Prozess wird nachvollziehbar und kann anderen Kommunen als Modell bzw. Anregung dienen.
Prägendes Modul im Landschaftszug in der Geometrie eines
Quincunx (fünf Stieleichen mit
einheitlichem Pflanzabstand), abgeleitet aus der Tradition des Gartenreiches.
Prozesshafte Darstellung der Umsetzung des Landschaftszuges in Abhängigkeit vom Pflege- und Bewirtschaftungskonzept.
Sammlung, Aufbereitung und Dokumentation von geschichtlichen Zeugnissen, welche mit einem im Zuge des Stadtumbaus abgerissenen oder umgebauten Gebäude in Zusammenhang stehen. Die gesammelten Dokumente werden durch einen Paten aufbereitet und publiziert und in geeigneter Form dem Stadtarchiv zur Verfügung gestellt.
Jedes Jahr wird durch den IBA-Lenkungsausschuss eine Evaluation in den teilnehmenden Städten durchgeführt. Sie dient der Überprüfung der bisherigen Arbeitsrichtung und Festlegung von Schritten für das kommende Projektjahr, damit der jeweilige Stadtumbauprozess 2010 einer interessierten Öffentlichkeit qualitätvoll vermittelt werden kann.
Offensive Erwerbsstrategie der Stadt Dessau-Roßlau zur Gewinnung von Grundstücken für die Herstellung und Sicherung einer geordneten Stadtstruktur.
Eine der bedeutendsten Kulturlandschaften Europas, die im Ergebnis eines umfassenden Reformwerkes der Aufklärung im 18. Jahrhundert entstanden ist. Das Gartenreich verkörpert die Idee, das Nützliche mit dem Schönen zu verbinden. Die Nutzung gibt der Landschaft ihre Gestalt. Das Gartenreich gehört zum UNESCO-Welterbe.
Die bedeutende Tradition legt nahe, hier Anregungen für Konzepte der kleiner werdenden Stadt zu suchen und damit das „Gartenreich in die Stadt zu holen“.
Chancengleichheit im Stadtumbau. Es wird angestrebt, bei allen Vorhaben die unterschiedlichen Interessen und Lebenssituationen von Frauen und Männern, Mädchen und Jungen, Senioren und Behinderten von vornherein zu berücksichtigen.
Bei dem Thema geht es einerseits um die Stabilisierung und funktionelle Verdichtung von Stadtquartieren als "Urbane Kerne" der Stadt. Auf der anderen Seite müssen wie in vielen Städten Ostdeutschlands leer stehende Gewerbekomplexe und überzählige Wohnhäuser abgebrochen werden. Nach einem flexiblen Umbaukonzept soll dort Schritt für Schritt ein zusammenhängender Landschaftszug entstehen.
Frei werdende Flächen werden zur Nutzung oder Pflege durch Paten bzw. Akteure freigegeben. Sie haben durch ihre Mitwirkung teil an der Entstehung des neuen Landschaftszuges.
Im Rahmen der IBA Stadtumbau in Sachsen-Anhalt 2010 werden neue Lösungsansätze für die Stadtentwicklung erarbeitet, weil die aktuellen Probleme der Schrumpfung und des demografischen Wandels nicht mehr erfolgreich mit den alten stadtentwicklungspolitischen Instrumenten, die auf Wachstum ausgerichtet waren, bearbeitet werden können.
Die IBA versteht sich als „Labor“, in dem verschiedene „Werkzeuge“ des Stadtumbaus exemplarisch zur Erprobung und Anwendung kommen.
Die internationale Bedeutung der gewählten Stadtumbau-Strategie liegt in dem Potenzial begründet, auch auf andere Städte übertragbar zu sein. Die Dessauer Projekte der IBA Stadtumbau sind international interessant, weil die Stadt Themen und Handlungsfelder aufgreift, an denen in dieser Form bisher nicht gearbeitet wurde. Damit wird ein Beitrag zur internationalen Städtebaudebatte geleistet.
Vermittlung der Stadtumbau-Aktivitäten an Bürgerinnen und Bürger, Politik, Verwaltung und Experten.
Dienstleister für Bürgerinnen und Bürger zur Aktivierung von bürgerlichem Engagement und Gewinnung von Akteuren und Paten.
Gestaltete neue Stadt-Landschaft, in der die vorhandenen Qualitäten hervorgehoben („in-Wert-gesetzt“) werden.
Eine mit schnell wachsenden Energiehölzern (Pappel, Weide, Robinie) bepflanzte Fläche. Das Holz
wird alle 4 bis 5 Jahre geerntet und schlägt aus dem Stock neu aus. Nach 5 Ernten muss die Wurzel
entfernt und neu angepflanzt werden.
Markierungspunkt und prägender Höhepunkt für die Orientierung an der Nahtstelle zwischen
Landschaftszug und urbanem innerstädtischen Kern.
Der Landschaftszug ist eien Stadtfolgelandschaft. Zwischen den urbanen Kernen entsteht auf
ehemaligen Abrissflächen Schritt für Schritt Landschaft.
Regelmäßige Vermittlung grundlegender Ergebnisse, Planungsziele und Projekte in einem offenen Werkstattgespräch. Ziel ist es, die Medienvertreter für den Stadtumbauprozess zu sensibilisieren und als Multiplikatoren zur aktiven Mitwirkung zu gewinnen.
Das Modul ist Symbol und Markenzeichen im Landschaftszug.
Es definiert ein quadratisches Landschaftselement in der Größe von 20 x 20 Metern (Marke 400 qm Dessau). Dieses Quadrat wird in strenger Nord-Süd-Ausrichtung auf den Flächen eingepasst.
Module sind Claims und Eichengruppen.
Gestaltung des jeweils verfügbaren Grundstücks entsprechend der individuellen Prägung des Ortes (Standorteignung). Motive sind besondere Nutzungen, Spuren und Prägungen, Ordnungs- und Orientierungsstrukturen.
Einbindung von Nachbarn in den Planungsprozess vor Beginn von Abrissmaßnahmen mit dem Ziel, zusätzliche Anregungen für die Nutzung und Gestaltung der neu entstehenden Flächen im Landschaftszug/ Urbanen Kern zu finden.
Erkundungstour bzw. Entdeckungsreise zu sichtbaren und noch unsichtbaren Veränderungen bzw. Maßnahmen im urbanen Kern Innenstadt.
Angebot der Stadt an den Bürger zur direkten Nutzung einer Fläche über eine Patenvereinbarung. Ein Pate übernimmt die Pflege für ein Modul („Claim“) oder ein Motiv oder eine sonstige Fläche. Paten arbeiten zuverlässig und gemeinnützig. Ihr Engagement unterstützt die Arbeit der Stadt und entlastet sie von Pflegekosten.
Abkommen zwischen Eigentümer (meist Stadt) und Bürgerinnen und Bürgern bzw. Vereinen oder Institutionen zur Pflege und Nutzung von Claims und Motiven.
Umgrenzung eines Moduls im Landschaftszug innerhalb der Abmessungen 20 mal 20 Meter. In der Regel besteht es aus einem roten Brett und einem Mähstreifen von einem Meter Breite. Gestaltungsvariationen sind möglich.
Pflegeextensive, langlebige Staudenmischpflanzung, die dem Erhalt von genetisch-heimischem
Pflanzengut dient.
Höhe des Aufwandes in Abhängigkeit zur Wirkung bei der Entwicklung von Grünflächen.
Mähstreifen als Rahmensetzung um eine Grünfläche
Bereits in antiker und mittelalterlicher Gartenkunst eingesetzte Art der Baumpflanzung. In übertragenem Sinne meinte das Wort schon im Lateinischen eine Kreuzstellung, in quincuncem bedeutete „in schrägen Reihen gepflanzt“. Mit der Fünf auf einem Würfel im Grundriss als Modul ergeben sich regelmäßige, gegeneinander versetzte Reihen, die im Gegensatz zur Pflanzung in einfachen Reihen nicht die Vertikale, sondern die Diagonale betonen.
Historische Pflanzmethode für Eichengruppen in der Auenlandschaft des Dessau-Wörlitzer Gartenreichs.
Motiv zur Vermittlung von neuen räumlichen Qualitäten und Leitsystem durch den Landschaftszug mit
Erläuterungen, die erklären, was auf den Flächen geschehen ist; Ziel ist es, den „Stadtumbau zu
erzählen“, Interesse zu wecken, Mitverantwortung von Bürgern zu stärken und zu mobilisieren.
Abriss leer stehender Gewerbekomplexe und überzähliger Wohnhäuser.
Bevölkerungsrückgang aufgrund einer geringen Anzahl von Geburten und Wanderungsverlusten. Die Folge sind u. a. leer stehende Wohnungen und brach fallende Gewerbeflächen.
Instrument zur Information bzw. "Erzählung" von Ereignissen oder Veränderungen im Stadtumbauprozess, z.B. Großplakate.
Eine Sichtachse ist im Städtebau und in der Park- und Landschaftsgestaltung eine künstlich
angelegte Schneise, die einen Einblick auf bedeutende Bauwerke, landschaftsprägende
Elemente und Räume ermöglicht und hervorhebt.
Der IBA-Prozess muss nachvollziehbar gemacht werden. Wichtig für die Vermittlung der Dessauer
Herangehensweise für Fachleute und andere Interessierte, die von Dessau lernen wollen.
Zur Sichtbarmachung des Prozesses gehört die Dokumentation der gemachten Erfahrungen,
Erfolge und Misserfolge.
Etwas "einzeln Stehendes". Im Gartenbau auch ein Baum oder ein Strauch, der für eine Einzelstellung besonders geeignet ist.
Verbleibende Gebäudeteile oder Bauteile, welche an die ursprüngliche Nutzung der Gebäude/ Flächen erinnern und in die Gestaltung des Landschaftszuges/ des Urbanen Kerns integriert werden.
Räumliches Sichtbarmachen des Stadtumbauprozesses.
Geführter Spaziergang im Landschaftszug oder in den urbanen Kernen, bei dem realisierte und geplante Veränderungen sinnlich erlebbar werden.
Beantwortung der Frage, wie man sich in einer zu groß gewordenen Stadt neu einrichten kann.
Kompakte Vorstellung von Projekten und Planungen für einen klar bestimmten Teilbereich des Stadtumbaus. Integrierte kulturelle und künstlerische Aktionen sorgen für neue Erlebnisse und Erkenntnisse bei den Besuchern.
Uneingeschränktes Wachstum (Wildnis). Ökologisches Gleichgewicht kann sich wieder einstellen.
Zu erhaltende bauliche Struktur inklusive ihrer Infrastrukturen und Freiflächen.
Begrenztes Offenland, im Stadtumbau nach Abriss von nicht mehr benötigten Gebäuden. Der Schrumpfungsprozess soll so gestaltet werden, dass die Landschaft wieder in die Stadt wächst. Bei der Herausbildung des Landschaftszuges wird auf das Bild und das Image des Dessau-Wörlitzer Gartenreichs zurückgegriffen ("Wir holen das Gartenreich in die Stadt").
Interne Organisationsstruktur zur Bewältigung des Stadtumbauprozesses.
Fortzuschreibendes Instrument zur Steuerung und Gestaltung sowie Umsetzung für die langfristige Entwicklung des Landschaftszuges. Darstellung der Dynamik des Umbauprozesses.
s. a. das
Stadtumbau-Glossar der Bundestransferstelle Stadtumbau Ost (www.stadtumbau-ost.info)